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Das Oedter Krankenhaus - Teil 1

Das Oedter KrankenhausErste Bemühungen, das als ebenfalls als Hospital dienende Armenhaus durch einen Krankenhausneubau zu ersetzen, hat es bereits 1887 gegeben. Bürgermeister Wilhelm Scherer teilte dem Landrat in Kempen mit, dass die Gemeinde Oedt bemüht sei, eine geeignete Baustelle zu erwerbern, um alsdann ein Krankenhaus neu zu errichten. Die eigens dafür eingerichtete Kommission beabsichtigte jedoch zunächst im Ort ein Gebäude anzukaufen und umzubauen. Ein entsprechendes Gebäude konnte jedoch nicht gefunden werden, so dass man sich schließlich am 08.07.1890 einigte, an der Promenade, der heutigen Albert-Mooren-Allee, einen Neubau zu errichten.

Von den Gebrüdern Gastes wurde ein 2.597 qm großes Grundstück zum Preis von 3.000 Mark angekauft. Die Planung des Neubaus erfolgte durch den Baurat Ewerding aus Krefeld. Er plante einen Bau mit einer Grundfläche von 495 qm. In dem zweigeschossigen, voll unterkellerten Korridorflügelbau, wurden je Stockwerk 3 Krankenzimmer mit insgesamt 12 Betten vorgesehen. In seiner Vorstellung führt Baurat Ewerding weiter aus: "Ein Gelaß für passante Geisteskranke ist an der vom Herrn Kreisphysikus für zweckmäßig erachteten Stelle eingerichtet worden."

Das Vordergebäude, dessen Front nach Westen zeigt, dient als Verwaltungsgebäude und enthält keine Krankenzimmer. Darin sind weiter die Schlafsäle für die Hilflosen und Altersschwachen , die Hauskapelle, Sprech-, Besuchs- und Operationszimmer, sowie die Klausur für die Krankenschwestern untergebracht.
Ein massives Isoliergebäude für Infektionskranke wünschte die Gemeinde aus Kostengründen nicht. Hierfür sollte eine transportable Baracke beschafft werden. Die Leichenkammer wurde am Ostgiebel des Krankenhauses in Form einer kleinen Kapelle eingezeichnet.

Die Kosten für den Hospitalneubau wurden mit 35.000 Mark veranschlagt.

Im Mai 1893 begann die beauftragte Kempener Firma Jakob Pegels mit den Ausschachtungsarbeiten. Als geplanter Fertigstellungstermin wurde der 01. Juli 1894 festgelegt. Mit knapp sechswöchiger Verspätung konnte dann am 09. August 1894 das neue Krankenhaus tatsächlich feierlich eingeweiht werden. Die Kosten für den Neubau und die Inneneinrichtung beliefen sich dabei auf 51.500 Mark und hatten damit die kalkulierten Mittel wesentlich überschritten.

Die Zahl der Patienten stieg ständig, so dass man bald den Bedarf für eine Erweiterung des Krankenhauses hatte. Stattdessen kaufte man Ende 1906 das auf der Südseite des Krankenhauses gelegene frühere Postgebäude und baute dies um und verlegte in die Räumlichkeiten die Wohn- und Schlafzimmer für die Alterspfleglinge und die Pensionäre. Durch diese Erweiterung des Krankenhauskomplexes hatte man nunmehr 16 Krankenzimmer mit 31 Betten, 7 Zimmer für Alterspfleglinge mit 16 Betten und einen Operationssaal und 4 Räume für ältere, alleinstehende Pensionäre zur Verfügung. Die Kosten für Umbauten und Inneneinrichtungen beliefen sich auf 16.872,65 Mark.

Im Jahre 1920 trat durch weiter steigende Patientenzahlen ein erneuter Bedarf für eine Erweiterung auf. Durch verschiedene Umbauten und einen Küchenanbau konnte dann mit einem Kostenaufwand von 283.794,29 Mark eine Vergrößerung auf 24 Krankenzimmer mit 56 Betten und 12 Zimmer für Alterpfleglinge mit 24 Betten erreicht werden. Hinzu kamen Kosten in Höhe von 55.000 Mark für die Modernisierung der Innenausstattung, insbesondere des Operationssaales. Aber auch diese Erweiterung war bereits 1926 zu klein für die Bedürfnisse der hiesigen Bevölkerung. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Zeit verhinderten jedoch zunächst eine nochmalige Erweiterung.
1928 konnte lediglich eine neue Isolierstation als Holzhaus errichtet werden. Dieses wurde dann vollständig vom Krankenhaus getrennt errichtet. Die Kosten für Bau und Inventar beliefen sich auf 26.480 Mark.

Die Erweiterung des Oedter Krankenhauses in den Jahren 1928/29 wird demnächst in Teil 2 beschrieben.

Quellen:
Oedter Heimatblätter, Heft 5/1977

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 29. April 2012 07:26

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