kommende Termine

Aktuelle Seite: HomeThemenGeschichtePromisProf. Dr. Albert Mooren

Themen

Prof. Dr. Albert Mooren

 

Prof. Dr. Albert Mooren

Prof. Dr. Albert Mooren

Albert Clemens Maria Hubert Mooren, genannt Albert, wurde am 26.07.1828 im Hause seiner Eltern in Oedt, Hochstraße 72, als erstes von fünf Kindern von Clemens (Clemens Theodor) Mooren (* 15.01.1799 in Vorst, + 20.11.1866 in Oedt) und Catharina Gertrud Mooren, geb. van den Bruck (* 04.07.1803, + 11.09.1862 in Oedt), geboren.

Schule und Ausbildung

Besuch der Gymnasien Thomaeum in Kempen und Marcellen-Gymnasium in Köln mit Reifeprüfung im Herbst 1850.
Beginn des Medizinstudiums 1850 an der Königlich Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität in Bonn. Nach vier Semestern bestand er am 16.07.1852 das Physikum, oder wie es damals hierß, die philosophisch-naturwissenschaftliche Prüfung mit der Note "sehr gut". Nach einem weiteren Semester wechselte er nach Berlin und führte dort sein Studium fort. Dort beschloss er dann auch sich der Augenheilkunde zu widmen.
Am 25.08.1854 verfasste er seine Doktorarbeit "De diplopia", über das Doppeltsehen, die er seinemApprobation Albert Mooren Lehrmeister Albrecht von Graefe widmete. 1855 bestand Albert Mooren sein medizinisches Examen und erhielt am 29.03.1855 seine Approbation als praktischer Arzt, Wundarzt und Geburtshelfer.
Anfang Oktober 1855 verließ er Berlin auf Rat seines Lehrmeisters um sich als Augenarzt in seiner Heimat niederzulassen.

Rückkehr nach Oedt

Nach Ableistung seiner einjährigen Militärdienstzeit eröffnete Albert Mooren am 15.10.1856 im elterlichen Haus auf der Hochstraße 72 in Oedt eine Praxis. Diese war zunächst allgemein-medizinisch ausgerichtet. Doch schon bald machte er sich einen Namen durch besonders geschickt ausgeführte Augenoperationen. In ungewöhnlich kurzer Zeit verschaffte er sich eine ausgedehnte praktische Tätigkeit, und der Kreis seiner Patienten wurde zunehmend größer. Diese kamen nicht nur aus dem gesamten Rheinland, sondern auch aus den Nachbarländern Holland, Belgien und Frankreich strömten die Augenkranken zu ihm.
Nach eigenen Angaben hatte Albert Mooren jährlich über 2.000 Patienten.

Bis zu seinem Wechsel nach Düsseldorf Anfang 1862 zählte Mooren folgende größere Operationen auf: 1489 künstliche Pupillenbildungen, 908 Schieloperationen, 9 Muskelverlagerungen, 246 Extraktionen des grauen Stars, 57 lineare Starextraktionen durch Hornhautschnitte, 107 Zerstückelungen des grauen Stars, 115 Nachstaroperationen, 25 Herausnahmen des Auges und 83 weitere größere Operationen.

kostenlose Behandlung der Oedter Einwohner

Bald konnte sich Albert Mooren leisten, aus den Einkünften durch die Behandlung wohlhabender und auswärtiger Patienten Arme und Einwohner von Oedt sowie Geistliche prinzipiell kostenlos zu behandeln. Er hatte damit auch die Funktion eines Armenarztes, obwohl er dies im eigentlichen Sinne nicht zu sein brauchte.

Maria Theodora Oldenkott um 1865Heirat und Familie

Am 20.09.1860 heiratete Albert Mooren Maria Theodora Oldenkott (* 22.03.1841, + 12.12.1905 in Düsseldorf) auf Schloß Ahaus in Westfalen. Er hatte die Fabrikantentochter als Patientin kennengelernt, als sie sich eine Augenverletzung zugezogen hatte. Aus dieser Ehe wurden 7 Töchter und 3 Söhne geboren. Die älteste Tochter, Anna Maria Bernhardine, wurde am 18.03.1862 in Oedt geboren.

 Der Wechsel nach Düsseldorf

Am 15.04.1862 wurde in Düsseldorf die erste Augenklinik eröffnet. Dr. Albert Mooren konnte frühzeitig als Leiter dieser Klinik gewonnen werden. In diesem Zusammenhang zog er dann von Oedt nach Düsseldorf an die Kaiserstraße 46.
Von da an führte Mooren dann jährlich zwischen 600 und 800 größere Operationen durch. Am 14.10.1883 trat Mooren als Leiter der Düsseldorfer Augenklinik aus gesundheitlichen Gründen zurück. Die Augenklinik wurde dann auch geschlossen.

Mooren praktizierte dann noch bis Sommer 1888 in der augenärztlichen Abteilung des Kreuzschwestern-Klosters weiter, bis er wegen seiner angegriffenen Gesundheit dann ausschließlich noch privat praktizierte.
Ursache seiner Krankheit war eine Typhuserkrankung, die er sich während eines medizinischen Kongressen vom 05.-10.09.1887 in Washington zugezogen hatte.

Rückblick auf 40 Jahre als Mediziner

Totenmaske Albert Mooren1897 blickte Albert Mooren im Vorwort zu einem seiner Bücher auf die vierzigjährige Laufbahn als Augenarzt zurück und schrieb, dass er 143.204 verschiedene Patienten behandelt und 23.337 größere Operationen durchgeführt habe.

In den letzten Tagen des Jahres 1899 erlitt Albert Mooren einen Schlaganfall. Er starb in den frühen Morgenstunden des 31. Dezember in seinem Haus in der Kaiserstraße 46 in Düsseldorf. Albert Clemens Mooren wurde am 03.01.1900 auf dem Düsseldorfer Nordfriedhof beigesetzt.

Ehrungen un Ernennungen

29.03.1855 Doktor der Medicin und Chirurgie
18.06.1867 Patent zum Sanitätsrat unterschrieben von König Wilhelm I.
03.03.1868 Zulassung als Augenarzt in Belgien durch das königlich-belgische Cabinet
18.06.1871 Verleihung des Fürstlich Hohenzollernschen Hausordens 3. Klasse
02.07.1871 Verleihung des Ehrenkreuzes in Bronce des Französichen Roten Kreuzes
24.10.1871 Verleihung des Königlich-Belgischen Ritterkreuzes des Ordens Leopold II.
03.01.1872 Patent zum Geheimen Sanitätsrat unterschrieben von Kaiser Wilhelm I.
18.08.1872 Verleihung der Kriegsgedenkmünze von Stahl am Nichtkombattantenbande
23.11.1875 Affilierung zum Redemptortisten-Orden
18.01.1879 Verleihung des Preußischen Rothen Adler-Ordens 4. Klasse
22.03.1884 Patent als Geheimer Medizinalrat unterschrieben von Kaiser Wilhelm I.
1895 Ernennung zum Professor
26.07.1898 Ehrenvorsitzender des Vereins der Ärzte Düsseldorfs
26.07.1898 Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Düsseldorf
15.08.1898 Verleihung des Preußischen Rothen Adler-Ordens 3. Klasse mit Schleife

Quellen: Dr. med. Jürgen Hoß - Albert Mooren, Ein Augenarzt im 19. Jahrhundert. Düsseldorf 1980

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 29. April 2012 07:26

Zum Anfang