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Von Hasen, Eiern und fliegenden Glocken

Kinderbild eines OsterhasenEs ist wieder einmal so weit: Ostern steht vor der Tür. Nun kommt seitens der Kinder wieder die Frage: Warum bringt der Osterhase eigentlich die Ostereier? Eines vorweg, eine abschließende Antwort hierauf gibt es nicht.
In anderen Regionen brachte früher auch nicht der Osterhase die Eier, sondern mal der Kuckuck, der Fuchs oder auch der Hahn oder Storch. Erst im 19. Jahrhundert setzte sich der Glaube an den Osterhasen als Eierlieferant generell durch.

 

Aber von vorne: Das Wort Ostern kommt wahrscheinlich von Ostara, dem Namen einer germanischen Frühlingsgöttin. Ihr Fest feierte man in vorchristlicher Zeit, wenn im Frühling die Tage länger werden. Der Name Ostern bedeutet (Morgen-)Licht und ist verwandt mit griechisch Eos und lateinisch Aurora, die Namen für die Göttin der Morgenröte.

Ostern ist das älteste Fest der Christen und Hauptfest des Kirchenjahrs. Seit dem 2. Jahrhundert feierte man Ostern als Erinnerung an den Tod Jesu Christi, seit dem 4. Jahrhundert als Fest der Freude über die Auferstehung. 325 hat die christliche Kirche auf einem Konzil das Fest der Auferstehung Christi mit dem Frühlingsfest des germanischen Lichtkults zusammengelegt. Das Datum für Ostern ist der erste Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond.

Erstmalig wird der Osterhase Ende des 17. Jahrhunderts schriftlich erwähnt.  Hier schildert der Medizinprofessor Georg Franck von Frankenau den Brauch für die Region des Elsass und der angrenzenden Gebiete und ergeht sich über die negativen gesundheitlichen Folgen, die der übermäßige Verzehr dieser Eier mit sich bringe. Bei der Gelegenheit kritisiert der Arzt auch ein Ammenmärchen, das den Kindern erzählt wird: Daß der Osterhase die Eier im Garten verstecke.

Über die Verbindung vom Hasen mit dem Osterfest und mit den Eiern gibt es viele verschiedene Thesen, wovon sich aber keine wirklich durchgesetzt hat.

Eier waren früher, während der Fastenzeit, eine der verbotenen Speisen (genau wie Fleisch und Milchprodukte). Aber wer wollte das den Hühnern klar machen? Die legten schließlich weiter ihre Eier. Der Trick: Die Cholesterinbomben wurden einfach gekocht und somit haltbar gemacht. Um die alten von den frischen Eiern nach der Fastenzeit unterscheiden zu können, färbten die Bauern sie mit Rote-Bete-Saft. Der Grund, warum früher alle Ostereier rot waren! Dies wäre eine der vielen Erklärungen, warum Eier gefärbt werden.

Die plausibelste Theorie, warum der Osterhase die Eier bringt, ist wohl die, dass nach der langen Fastenzeit zu Ostern plötzlich wieder Eier auf dem Tisch lagen und viele Kinder wissen wollten, wo diese eigentlich herkommen würden. Also ließen sich die protestantische Eltern, die den Zusammenhang zu katholischen Fastenvorschriften verschleiern wollten, die Geschichte vom Osterhasen einfallen.

Andere Theorien stellen Verbindungen zum Mittelalter her. Der Gründonnerstag galt damals als Abgabe- und Zinstermin für Schuldner an die Gläubiger. Einerseits ist überliefert, dass die Gläubiger in Eiern oder Hasen bezahlt wurden, siehe das Haushaltsbuch eines Speyrer Domherren. Eine zweite Überlieferung sagt aus, dass der Schuldner bei Bezahlung seiner Schulden ein freier Mann ist, der mit einem Hasen verglichen wurde, der nicht vom Hund gehetzt wird. Wobei mit Schuldnern diejenigen Bauern gemeint waren, die ihren Lehnsherren Abgaben, beispielsweise in Form von Naturalien, meist Eiern, leisten mussten.

Es gibt hierzu aber noch eine Vielzahl weiterer Erklärungsversuche, die ich hier aber nicht weiter aufführen möchte.

Die Osterfeuer haben ihren Ursprung in der katholischen Osterliturgie. Sie erinnern an die Auferstehung Christi. Die christliche Osternachtsfeier kennt seit dem 4. Jahrhundert eine eigene Lichtfeier, seit dem 8. Jahrhundert wird dafür eine Feuerweihe vor der Kirche abgehalten. Das Feuer wird dazu aus Steinen geschlagen oder mittels eines Kristalls ("Brennglas-Methode") aus Sonnenstrahlen gewonnen. Diese Arten der Feuerentzündung symbolisieren die Auferweckung Christi aus dem steinigen Felsengrab bzw. die Kraft "von oben", die Christus zu neuem Leben erweckt. Mit dem geweihten Feuer wird bis heute die Osterkerze entzündet, die unter dem dreimaligen Ruf "Lumen Christi" in die dunkle Kirche getragen wird.

In der kath. Pfarrgemeinde St. Vitus Oedt wird das Osterfeuer traditionsgemäß nach der Osternachtsmesse im Garten des Jugendheims abgebrannt, wogegen die evangelische Kirchengemeinde das Osterfeuer erst am Morgen des Ostersonntags nach einem Gottesdienst entzündet wird.

Die Glocken fliegen nach Rom heißt es, wenn nach dem Gloria in der Karfreitagsmesse die Glocken bis zur Osternachtsmesse verstummen. Der Volksmund sagt dazu, dass die Glocken dies tun, um geweiht zu werden und in der Osternacht mit der Osterbotschaft zurückzukehren.

Quellen:
www.fest-und-feiern.de
www.hanni-hase.de
www.members.tiscali.at/veitschegger
www.ostern04.de
www.wdr.de
www.wikipedia.de

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 29. April 2012 07:26

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